Wie investiere ich effektiv und nachvollziehbar in neue Produkte?

Neuprodukte in Metall verarbeitenden Betrieben haben zwei Besonderheiten: Sie erfordern zur Bearbeitung zahlreiche Sägen, Pressen, Dreh-, Fräs- und Schleifmaschinen sowie weitere Werkzeuge und Vorrichtungen, die an die jeweilige Fertigungsreihe angepasst oder eigens hergestellt werden müssen, und die Lieferzeiten der Rohstoffe betragen oft mehrere Monate. In diesem Betrieb lieferten die Außendienstmitarbeiter regelmäßig Ideen für Produktneuaufnahmen – aber wieder und wieder sprengten Lieferzeiten und Kosten die Planung.

Die Ursachen waren vielschichtig: Die Kostenplanung erfolgte oft ohne die beteiligten Fertigungsmeister und wurde zu niedrig angesetzt. Wesentliche Werkzeuge wurden vergessen und mussten kosten- und zeitintensiv nachgeliefert werden. Teils war der Außendienst nicht über Neuaufnahmen informiert, so dass die bestellte Stückzahl nicht für eine neue Produktion ausreichte; teils waren die Bestellungen nicht mehr nachvollziehbar, und die anvisierten Verkaufszahlen wurden nicht eingehalten. Zudem führten lange, diffuse Entscheidungswege dazu, dass die gleichen Produktneuaufnahmen immer wieder neu diskutiert wurden.

Die Lösung brachte eine einheitliche Wirtschaftlichkeitsberechnung, nach der alle neuen Produkte schnell und sicher kalkuliert und geplant werden konnten. Ich machte die Vorteile dieses Vorgehens deutlich, definierte eine sinnvolle Amortisationsrechnung als Grundlage für zukünftige Produktentscheidungen und führte die Kennzahlen bei der Belegschaft ein.
Zudem erleichterten einige pragmatische Hilfen die Planung und Umsetzung: Vorhandene Werkzeuge, Arbeitsabläufe und damit verbundene Produktionszeiten und Kosten wurden systematisch festgehalten. Die Ermittlung der Verkaufspreise und -mengen sowie Neuproduktaufnahmen und -vorstellungen erhielten mit Hilfe der Außendienstmitarbeiter einen klaren Rahmen. Und anhand fester Ziele für die Amortisationsrechnung konnten sich alle Mitarbeiter schnell orientieren.

Das Resultat war offensichtlich: Entscheidungen brauchten nur noch ein Viertel der Zeit; die Zahl der umgesetzten Produktneuaufnahmen verdreifachte sich; Lieferzeiten verringerten sich, wurden erheblich besser überblickt und zuverlässiger eingehalten.