Sanierung

Was versteht man unter Sanierung?

Sanierung oder Restrukturierung heißt, die Leistungsfähigkeit für ein in seiner Existenz bedrohten Unternehmens wieder herzustellen. Viele Unternehmer und Führungskräfte erkennen die Krise erst dann, wenn die Liquidität nicht mehr ausreicht, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Je früher eine drohende Krise erkannt wird und Maßnahmen ergriffen werden, desto höher sind die Chancen auf einen Turnaround.

Wie geht man vor?

Im ersten Schritt sichern erfahrene Sanierungsberater in einer Unternehmenskrise zur Vermeidung der Insolvenz die finanzielle Basis. Für das Sanierungsmanagement wird ein kurzfristiger Liquiditätsplan (auf Wochenbasis) erstellt, der alle Ein- und Auszahlungen detailliert erfasst. Ist diese Transparenz geschafft, sollten alle Auszahlungen geprüft werden, ob sie wirklich notwendig sind und ob sie zeitlich gestreckt (z. B durch Ratenzahlungen ) werden können.

Sind die ersten Maßnahmen zur Vermeidung der Insolvenz eingeleitet, werden im nächsten Schritt die Verlustquellen identifiziert, möglichst reduziert bzw. ganz eliminiert. Dies ist ein wesentlicher Teil der nachhaltigen Restrukturierung. Mit einer transparenten Kostenrechnung, z. B. der Deckungsbeitragsrechnung werden die Kunden, Produkte und Kostenstellen herausgefiltert, die mit Verlust oder Gewinn arbeiten. Das Abstellen der Verlustquellen ist häufig aufgrund gesetzlicher Vorgaben, bestehender Vertragsverpflichtungen und Gewohnheiten ein langwieriger Prozess, sodass die Wirkung der Maßnahmen oft erst sehr zeitverzögert (mit Zeiträumen länger als einem Jahr) eintritt.

Was ist besonders zu beachten?

Der Geschäftsführer hat laufend zu prüfen, ob eine Insolvenzantragspflicht gemäß Insolvenzrecht und -ordnung vorliegt. Die Gründe für eine mögliche Anmeldung zur Insolvenz sind Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung (siehe Insolvenzordnung). Entsprechende Fristen und Vorgaben der Gesetzgebung sind zu beachten.

Welche weiteren Möglichkeiten gibt es?

Zeichnet sich ab, dass im Kern zwar eine gute Substanz vorhanden ist, die Schuldenlast aber zu groß ist, so ist der Weg der übertragenden Sanierung zu prüfen. Bei der übertragenden Sanierung werden die Geschäftstätigkeit oder Teile davon und die Vermögensteile auf eine neue Gesellschaft übertragen. Die Schulden und Altlasten verbleiben bei dem alten Unternehmen. Die Gläubiger erhalten quotal einen Anteil entsprechend den Beschlüssen einer Gläubigerversammlung.

Das Insolvenzrecht bietet die Möglichkeit die Eigenverwaltung im Insolvenzverfahren (§§ 270 bis 285 InsO) zu beantragen. Bei dieser Form verwaltet das insolvente Unternehmen die Insolvenzmasse unter Aufsicht eines Sachverwalters selber. Das hat den wesentlichen Vorteil, dass die Organe des insolventen Unternehmens die Kontrolle über das insolvente Unternehmen behalten.

Eine besondere Form dieses Verfahrens stellt das Schutzschirmverfahren (§ 270b InsO) dar, bei dem die Schulden und Verbindlichkeiten über einen Insolvenzplan reduziert werden können. Dieses Verfahren ist nur bei drohender Zahlungsunfähigkeit möglich.

Die hier aufgezeigten Möglichkeiten sind juristisch komplex und sollten daher von erfahrenen und spezialisierten Juristen begleitet werden.