Leasing

Unter Leasing versteht man die vertraglich festgelegte, entgeltliche Nutzungsüberlassung eines Wirtschaftsgutes durch einen Leasinggeber an einen Leasingnehmer.[1] Beim Leasing handelt es sich um eine spezielle Form der Miete.

Die Vertragsgestaltung ist sehr vielfältig und kann für den Leasingnehmer Vorteile bieten.

Je nach Ausgestaltung des Vertrages werden zwei Formen unterschieden:

-Beim Operate Leasing wird der Vertrag i. d. R. über eine kurze Dauer abgeschlossen. Der Vertrag ist häufig jederzeit kündbar, sodass das Investitionsrisiko beim Leasinggeber verbleibt. Dies ist gemäß BGB die Form der Miete. Der Leasinggeber ist für Wartung und Reparatur zuständig und kann eine Vollamortisation i. d. R. nur erreichen, wenn er mehrere Anschlussmieten vereinbart.

-Beim Finance Leasing vereinbaren die Vertragsparteien i. d. R. eine feste Grundmietzeit, innerhalb der der Vertrag nicht gekündigt werden kann. Der Leasingnehmer ist für Wartung und Pflege zuständig. Diese Grundmietzeit liegt i. d. R. zwischen 50 % und 70 % der nutzbaren Zeit des Anlagegegenstandes. Die Risiken und Chancen, die mit dem Leasinggegenstand verbunden sind, verbleiben i. d. R. beim Leasingnehmer. Er kann den Vertrag während der Grundmietzeit nur gegen hohe Gebühren kündigen und er ist für die Erhaltung des Leasinggegenstandes verantwortlich, d. h. er hat für Wartung, Pflege, Versicherung und zum Ende der Vertragszeit für eine vertragsgemäße Übergabe zu sorgen. In den meisten Fällen hat der Leasinggeber nach Ablauf der Grundmietzeit den Vertrag einschl. aller Nebenkosten und eines Gewinns voll amortisiert. Der Leasingnehmer hat den Vorteil gegenüber einer Finanzierung, dass er nicht den vollen Kaufpreis finanzieren muss, sondern nur den Wertverlust des Leasinggutes.

Die bilanzielle Behandlung hängt von der Vertragsgestaltung ab. Wird das Leasingobjekt beim Leasinggeber bilanziert, kann der Leasingnehmer die geleisteten Raten unter bestimmten vertraglichen Voraussetzungen als Kosten geltend machen. Das Leasing bleibt dann für die Bilanz neutral, da kein Anlagegut und keine Verbindlichkeit bilanziert werden muss. Dies kann positive Auswirkungen auf das Rating und damit auf die Finanzierung haben.

[1] http://www.rechnungswesen-portal.de/Fachinfo/Anlagevermoegen/Leasing-Definition-Bilanzierung-nach-HGB-IFRS-und-US-GAAP.html