Kredit

Was versteht man unter einem Kredit?

Unter einem Kredit wird die Gebrauchsüberlassung von Geld oder Sachen auf Zeit verstanden. Vertrauen ist die Basis jeden Kredites. Für den Kreditnehmer erweitert der Kredit seinen Handlungsspielraum. Es gibt sehr unterschiedliche Arten von Krediten:

  • Bankkredite (z. B. Kontokorrentkredit, Ratenkredit, Darlehen)
  • Kredite von Privatpersonen und Betrieben
  • Lieferantenkredite (Kaufpreisstundung)
  • Kundenkredite (Anzahlungen)
  • Kredite der öffentlichen Hand (z. B. Förderprogramme).

Bankkredite verursachen Kosten für Zinsen und eventuell Gebühren zur Bearbeitung oder Eintragung einer Grundschuld. Sie verursachen unterschiedliche Kosten, deshalb lohnt sich der Kreditvergleich.

Der Kontokorrentkredit, oder Überziehungskredit ist kurzfristig. Dieser erlaubt es dem Kontoinhaber, das Konto bis zum einem vereinbarten Kreditlimit zu überziehen. Die Konditionen sind sehr unterschiedlich und variieren. Z.B. bei den Jahreszinsen liegen sie zwischen 6 % und 13 % je nach Bonität des Kreditnehmers. Über die Bonität gibt die Schufa Auskunft. Der Kontokorrentkredit ist sehr flexibel und kann zu jedem Zeitpunkt vom Kreditnehmer zurückbezahlt werden, ebenso kann die Bank den Kredit jederzeit fällig stellen.

Bei einem Darlehen (langfristig; Raten- und Annuitätendarlehen) werden Zinsen und Tilgung in Raten über einen längeren Zeitraum festgeschrieben. In der Regel sind die Zinsen wesentlich niedriger als bei einem Kontokorrentkredit. Die vereinbarten Raten zur Rückzahlung des Darlehens werden festgeschrieben und sind nicht veränderbar.

Bei einem Lieferantenkredit wird der Kaufpreis für eine bestimmte Frist gestundet. Es wird z. B. vereinbart, dass eine Rechnung innerhalb von 7 Werktagen mit 3 % Skonto oder nach 30 Tagen netto bezahlt werden kann. Wird der Lieferantenkredit erst nach Ablauf der Skontofrist bezahlt, so ist das Skonto verloren. Um Lieferantenkredite zu erhalten, ist ebenfalls eine gute Bonität bei der Schufa oder bei den Warenkreditversicherungsunternehmen notwendig.

Anzahlungen von Kunden können ebenfalls als Kredit genutzt werden. Sie sind z. B. im Maschinenbau üblich, wenn der Lieferant hohe Vorleistungen erbringt.

Öffentliche Förderprogramme bieten oft interessante Konditionen, verursachen aber nicht selten einen hohen bürokratischen Aufwand.

Was ist besonders zu beachten?

Das Kreditangebot ist sehr vielfältig und die Konditionen sind sehr unterschiedlich. Deshalb bitte vor der Kreditaufnahme genau prüfen: Wieviel kostet ein Kredit im Vergleich? Passen die Konditionen? Können die Raten aus dem Cashflow bedient werden? Was soll mit dem Kredit gekauft werden? Wie lange ist die Nutzungsdauer des Investitionsobjektes und welche Wertentwicklung ist zu erwarten?

Auch sollten Kreditnehmer darauf achten, ihre persönliche Haftung zu begrenzen. Unterschreiben z. B. beide Eheleute einen Kreditvertrag, sind auch beide für die vertragliche Erfüllung haftbar.

Wie kann man messen, ob ein Kredit passt?

Von der Kreditwirtschaft wurden verschiedene Liquiditätskennzahlen entwickelt:

  • Dynamischer Verschuldungsgrad = (Fremdkapital (Kredit) abzgl. liquide Mittel)/Cash Flow)

Diese Kennzahl sagt aus, innerhalb wieviel Jahren die Verschuldung aus dem Cash Flow zurückbezahlt werden kann.

Speziell für die Immobilienwirtschaft gibt es folgende Kennzahl:

  • „Debt Coverage Ratio“ (DCR), die Erträge aus dem Immobiliengeschäft durch Nettokaltmieten, Verkäufe und Projektentwicklungen werden dem Kapitaldienst aus Zins und Tilgung gegenübergestellt. In der Literatur wird ein Wert von 1,2 als Untergrenze angesehen.

Folgende Kennzahlen sagen etwas über die Struktur der Kredite aus:

  • Eigenkapitalquote = Eigenkapital/(Gesamtkapital = Eigenkapital zzgl. Fremdkapital)

Und speziell für die Immobilienwirtschaft:

  • Loan-to-Value (LVR, Verhältnis von Eigenkapital/Fremdkapital in Relation zum Wert der Immobilie oder des Portfolios. Sinkt der Verkehrswert einer Immobilie, so verschlechtert sich der Wert und damit die Bonität des Kreditnehmers.