Abschreibung

Eine Abschreibung ist eine buchhalterische Erfassung eines Werteverzehrs. Werden Vermögensgegenstände des Anlage- oder des Umlaufvermögens angeschafft, so fließen liquide Mittel zur Anschaffung ab. Stattdessen wird der Posten des Anlage- oder des Umlaufvermögens bilanziert. Es handelt sich um einen Aktivtausch, der Vorgang ist erfolgsneutral. Kommt es zu einer Wertminderung, so ist der Wert des Vermögensgegenstandes auf den beizulegenden Wert (Marktpreis) gemäß den Vorschriften des HGB abzuschreiben.

Hierbei gilt für Vermögensgegenstände des Anlagevermögens das gemilderte Niederstwertprinzip, d.h., der Bilanzierende hat selbst einen Ermessenspielraum nach dem er entscheiden kann, ob die Wertminderung von Dauer ist oder nicht.[1]

Verliert eine Anlage z. B. ihren Wert, indem Sie technisch überholt worden ist oder wirtschaftlich keine Verwendung in einem Unternehmen mehr hat, können Sonderabschreibungen vorgenommen werden.

Beim Umlaufvermögen gilt das strenge Niederstwertprinzip. Es ist dann anzuwenden, wenn die Anschaffungs- und Herstellungskosten den tatsächlichen Wert übersteigen. Werden z. B. Langerbestände unverkäuflich oder werden Forderungen uneinbringlich, so sind sie entsprechend abzuschreiben.

Liegen die Verkaufspreise unterhalb der Summe der zu erwartenden Herstellkosten zuzüglich der noch aufzuwendenden Verkaufsaufwendungen, so ist eine verlustfreie Bewertung vorzunehmen.

Für die Abschreibung gibt es folgende Methoden:

Steuerlich zulässig ist beim Anlagevermögen i. d. R. die lineare Abschreibung. Das heißt, das Anlagegut wird über einen festgelegten Zeitraum mit festen Raten bis auf einen Erinnerungswert von 0,51 € abgeschrieben. Die Abschreibungen stellen Betriebsausgaben dar.

 

Lineare Abschreibung
Anschaffungsbetrag 10.000,00 €
Abschreibungsdauer 8 Jahre
Abschreibungsbetrag 1.250,00 €
Abschreibungs-
betrag
Restbetrag
Anschaffungsbetrag 10.000,00 €
1. Jahr 1.250,00 € 8.750,00 €
2. Jahr 1.250,00 € 7.500,00 €
3. Jahr 1.250,00 € 6.250,00 €
4. Jahr 1.250,00 € 5.000,00 €
5. Jahr 1.250,00 € 3.750,00 €
6. Jahr 1.250,00 € 2.500,00 €
7. Jahr 1.250,00 € 1.250,00 €
8. Jahr 1.249,49 € 0,51 €

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Niederstwertprinzip abgerufen am 26.11.2015 um 10:30 h

 

In der Kostenrechnung ist der Unternehmer jedoch frei, welche Abschreibungsart er wählt. Hier kann er verschiedene Methoden anwenden, die den tatsächlichen Gegebenheiten mehr entsprechen. Von diesen seien einige hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit erwähnt:

  • Die Abschreibung auf den Wiederbeschaffungswert. Hier wird auf den zukünftigen Wiederbeschaffungswert des Anlagegutes hin abgeschrieben. Das heißt, wenn zu erwarten ist, dass ein Anlagegut zum Zeitpunkt des Ersatzes in der Zukunft einen 50 %ig höheren Betrag kosten wird, so wird dieser Betrag die Abschreibungsbasis. Werden diese Abschreibungsbeträge in die Preiskalkulationen der Leistungen des Unternehmens mit einbezogen, so ist zum Ersatzzeitpunkt das Anlagegut bereits refinanziert.
  • Bei der degressiv geometrischen Methode wird jedes Jahr mit einem festen Abschreibungssatz das Anlagegut abgeschrieben. Wird der Satz z. B. mit 30 % gewählt so kann die Abschreibung wie folgt aussehen:

 

Geometrisch Degressiv
Anschaffungsbetrag 10.000 €
Abschreibungssatz 30%
Abschreibungs-
betrag
Restbetrag
Anschaffungsbetrag 10.000 €
1. Jahr 3.000 € 7.000 €
2. Jahr 2.100 € 4.900 €
3. Jahr 1.470 € 3.430 €
4. Jahr 1.029 € 2.401 €
5. Jahr 720 € 1.681 €
6. Jahr 504 € 1.176 €
7. Jahr 353 € 824 €
8. Jahr 247 € 576 €

 

  • Bei der Leistungsbezogenen Abschreibung wird zunächst eine Gesamtleistung des Investitionsgutes festgelegt. Die Abschreibungen werden dann entsprechen der verbrauchten Leistungseinheiten berechnet.