Unternehmerische Risiken erkennen – Risiken vermeiden

Unternehmerische Risiken gehören zum Tagesgeschäft. Möchten Sie wissen, wie Sie unternehmerische Risiken besser einschätzen können? In diesem Artikel verrate ich Ihnen ganz exklusiv einige Tipps, wie Sie ihre Risikoeinschätzung und ihr Risikoverhalten verbessern können. Teil des Unternehmertums ist es nun mal, Chancen wahrzunehmen und dafür Risiken in Kauf zu nehmen. Erfüllen sich die Chancen – Glück gehabt, der Plan geht auf und das Unternehmen erlebt blühende Zeiten. Treten Risiken ein – Pech gehabt, das war`s dann. Muss das sein?

Unternehmensrisiken vermeiden

Die Crux ist, dass uns die eigene Persönlichkeit in der Wahrnehmung der Risiken einen Streich spielt. Entweder überschätzen wir die Risiken und werden handlungsunfähig, oder wir unterschätzen das Risiko und verhalten uns wie in einem Spielcasino.

Ein Unternehmen in Düsseldorf hat mich als Unternehmensberater beauftragt, die Risiken einer bedeutenden Investition in eine Gewerbehalle zu untersuchen.

Meine Vorgehensweise[1] möchte ich Ihnen hier als Tipps weitergeben, damit Sie unternehmerische Risiken besser einschätzen können. In folgenden Schritten bin ich vorgegangen:

  • Erstellen einer strukturierten Informationssammlung

Zunächst einmal ist es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, welche Risiken eintreten können. Die Vorgehensweise ist individuell verschieden und vom zum beurteilenden Objekt abhängig, z. B. ob es sich um eine Investition in ein neues Artikelprogramm, eine Immobilie, eine andere Sachinvestition oder etwas anderes handelt. Sie können mit Checklisten vorgehen, auf eigene Erfahrungswerte zurückgreifen oder eine professionelle Software zu diesem Thema anschaffen. Wichtig ist, dass Sie wirklich alle Risiken auflisten, also ein echtes Brainstorming durchführen. Es dürfen keine Risiken ausgeschlossen werden, etwa nach der Devise: „Was nicht sein darf, trifft auch nicht ein.“ Auch für die Erstellung eines Business- oder Finanzplanes ist die Risikoauflistung und deren Bewertung eine wichtige Ergänzung.

Die Risiken können Sie systematisch erfassen. Hier gibt es verschiedene Instrumente, wie z. B. die Balanced Scorecard, die SWOT Analyse, das Fünf-Kräfte-Modell von Porter, der Produktlebenszyklus oder das Erfahrungskurvenkonzept.

Aus meiner Erfahrung heraus weiß ich, dass es wichtig ist, die Bewertung durch interdisziplinäre Teams vorzunehmen. Es sollten nach Möglichkeit nicht nur Mitarbeiter einer Fachrichtung, z.B. nur Techniker zusammensitzen und die Risiken bewerten, denn zu groß ist die Gefahr der einseitigen Bewertung. Deshalb gilt es hier möglichst eine umfassende Sicht aus verschiedenen Perspektiven zu sammeln. Diese können z.B.:

  • Wirtschaftliche Risken
  • Technische Risiken
  • Personelle Risiken
  • Juristische Risiken
  • Externe Risiken

und andere sein.

Diese Risiken sind genau zu dokumentieren.

 

  • Bewerten der Risiken

Im nächsten Schritt sind noch zwei Bewertungsschritte erforderlich. Im ersten ist zunächst für jedes einzelne Risiko das mögliche Schadensausmaß und in einem zweitem Schritt die Eintrittswahrscheinlichkeit abzuschätzen. Es gilt folgende Formel:

Risiko = Schadensausmaß * Eintrittswahrscheinlichkeit

Wenn Sie die Zahlen für die Risiken festgelegt haben, können Sie die Risiken bewerten. Mit diesem Risikokatalog können Sie systematisch entscheiden, ob Sie das Risiko eingehen wollen der nicht.

Nachdem ich gemeinsam mit den Mitarbeitern des Unternehmens in Düsseldorf diesen Risikokatalog erstellt habe, wurde entschieden, die Investition in die Maschine kleiner zu halten. Manche Risiken waren angesichts der Unternehmensgröße zu groß. Sie hätten in einigen Risikofällen nur sehr schwer aufgefangen werden können.

[1] Vgl. Wolfgang Rasspe-Dahmann in Investitionsmanagement Praxishandbuch für Unternehmer und Führungskräfte“ Stuttgart 2012, S. 66 ff