So steuern Sie Ihre Liquidität sicher durch die Krise

Die Einnahmen brechen für viele Unternehmen, Soloselbständige und Privatleute weg, die Kosten bleiben zum großen Teil. Viele Fragen stellen sich daher:

  1. Wie erhalte ich das Vertrauen meiner Kapitalgeber?
  2. Wie kann die Liquidität gesteuert werden?
  3. Wie kann zusätzliche Liquidität geschaffen werden?
  4. Wie lange reicht die Liquidität noch?

So steuern Sie Ihre Liquidität sicher durch die KriseFür Krisensituationen wie diese, habe ich ein spezielles und wirksames Liquiditätsmanagement entwickelt. So können Sie einen Finanz- und Liquiditätsplan erstellen, mit dem Sie sicher durch die Krise steuern.

Ist die Liquidität knapp, ist nach meiner Meinung eine bottom-up oder Detailplanung erforderlich. Bei dieser ist jede einzelne Zahlung in den Finanz- und Liquiditätsplan entsprechend ihrer Fälligkeit eingetragen.

Empfehlen möchte ich die Planung auf Wochenbasis, denn so können Sie Liquiditätsengpässe gut erkennen und ggf. Maßnahmen zur Verbesserung einleiten.

Die Vorgehensweise ist folgende: Sie erstellen eine Tabelle, die in den Spalten die Kalenderwochen, z. B. für die nächsten 8 Wochen, und danach die Monate enthalten. In den Zeilen werden die einzelnen Einnahme- und Kostenarten notiert, ggf. auf die einzelnen Kunden, Lieferanten und andere Gläubiger heruntergebrochen. Bitte bei der Erstellung darauf achten, dass Einnahmen (z. B. Umsätze) und Aufwendungen zeitlich nicht den Ein- und Auszahlungen im Finanzplan entsprechen. Das wird an folgendem Beispiel deutlich:

Der Kunde A erhält von Lieferant B eine Rechnung über 100 €. In dem Moment, wo Lieferant B die Rechnung verschickt, hat er eine Einnahme (ist gleich Umsatz), weil er eine Forderung gegenüber dem Kunden A bildet. Nehmen wir an, der Kunde A zahlt die Rechnung erst 14 Tage nach Erhalt, dann erhält B die Einzahlung erst mit dieser Verzögerung. Dementsprechend später ist die Einzahlung zu planen.

Umgekehrt verhält es sich mit den Rechnungen, die Lieferant B seinerseits von seinen Lieferanten erhält.

Wird mit den Arbeitnehmern Kurzarbeit vereinbart, so zahlt der Arbeitgeber zunächst seinen MitarbeiternInnen das Kurzarbeitergeld aus und bekommt erst zu einem späteren Zeitpunkt die Erstattung vom Arbeitsamt. Dieser Zwischenzeitraum ist zu finanzieren. Diese unterschiedlichen Zahlungszeitpunkte sind in dem Finanz- und Liquiditätsplan mit den entsprechenden Zahlungen einzusetzen.

Wenn Sie Steuerzahlungen aufschieben, werden diese ebenfalls auf den neuen Fälligkeitszeitpunkt im Finanz- und Liquiditätsplan verschoben.

Wie in den obigen Beispielen gezeigt, ist es somit transparent, jede einzelne Zahlung gemäß ihrer Fälligkeit einzuplanen und ggf. zu verschieben.

Diese Detailplanung hat noch weitere wichtige Vorteile:

  • Jede Zahlung, die sie in ihrem Finanz- und Liquiditätsplan eintragen, beachten Sie. So können Sie ggf. Kürzungen und Anpassungen vornehmen.
  • Sie können mit dem Gläubiger ein Zahlungsaufschub oder ein Nachlass verhandeln und die Zahlung auf neu verhandelten Zeitpunkt verschieben. Sie sehen die Auswirkung auf das Gesamtsystem sofort.
  • Aber Achtung: Alle Auszahlungen, die verschoben werden, bleiben solange Verbindlichkeiten bis Sie bezahlt worden sind. Also, auch wenn die Liquidität so entlastet wird, steigt die Verschuldung.
  • Die transparente Planung erhöht das Vertrauen ihrer kreditgebenden Bank.

 

Einmal eingerichtet ist es bei täglicher Pflege gar nicht so aufwändig, die Liquidität detailliert zu planen. Gerne unterstütze ich Sie bei der Einrichtung des Finanz- und Liquiditätsplanes.

 

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