Tipps zur Liquiditäts- und Finanzplanung

Tipps zur Liquiditäts- und FinanzplanungAb heute können viele zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen von Bund und Ländern beantragt werden. Unternehmer, die einen zusätzlichen Kredit zur Überbrückung der Krisensituation benötigen, werden ggf. um die Erstellung eines Finanz- und Liquiditätsplanes für dieses und ggf. auch für das folgende Jahr gebeten. Mit der Finanz- und Liquiditätsplanung habe ich mich sehr im Detail beschäftigt. Deshalb kann ich Ihnen hier eine schnelle und wirksame Unterstützung anbieten.

In Krisenzeiten habe ich mit der systematischen und konsequenten Erstellung eines Finanz- und Liquiditätsplanes sehr gute Erfahrungen gemacht, Krisen zu meistern. Nach meiner Erfahrung zeigt der Plan klar und deutlich, wie die finanzielle Zukunft aussieht und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Liquidität zu sichern. Deshalb habe ich eine strukturierte Vorgehensweise entwickelt, mit der sich der Plan sicher und mit den richtigen Zahlen in kurzer Zeit erstellen lässt. Denn viel Zeit werden Sie nicht für die Erstellung des Planes bekommen. Trotzdem dürfen Sie nicht flüchtig arbeiten, denn die Zahlen müssen stimmen. Folgende Vorgehensweise kann ich empfehlen:

Erste Orientierungspunkte sind die Jahresabschlüsse der vergangenen Jahre, die aktuellen betriebswirtschaftlichen Auswertungen und selbstverständlich die Kontoauszüge. Für den Aufbau des Finanz- und Liquiditätsplanes empfiehlt sich, die Struktur des Jahresabschlusses bzw. der betriebswirtschaftlichen Auswertung zu verwenden. Auch müssen Sie festlegen, in welchen Zeitintervallen der Finanz- und Liquiditätsplan erstellt werden soll. In einem Krisenfall wie diesem empfehle ich die Berechnung auf Kalenderwochen für die folgenden 2 Monate und danach auf Monatsbasis für die folgende Zeit. Sie können dann ganz systematisch die einzelnen Positionen durchgehen:

Umsätze und Einzahlungen

Die Umsatzplanung ist sicher der schwierigste Punkt zurzeit, denn diese brechen ja gerade für viele Unternehmen fast vollständig weg. Über den Zeitpunkt und die Höhe der Umsätze können Sie nur sehr unsichere Annahmen treffen. Nach meiner Erfahrung treten zu optimistische Planungen meistens nicht ein. Versuchen Sie realistisch zu sein und planen lieber auf einem niedrigeren Niveau. Umsätze sind noch keine Einzahlungen. Planen Sie auch hier einen realistischen Zeitversatz zwischen verrechneten Umsätzen und den tatsächlichen Einzahlungen auf dem Konto ein. Daten aus der Vergangenheit können hier helfen. Ggf. sollten Sie darüber nachdenken, einen zusätzlichen Zeitpuffer einzuplanen, da ggf. nicht alle Gläubiger pünktlich zahlen und schlimmstenfalls sogar gar nicht zahlen.

Materialkosten und Ausgaben

Materialkosten stehen in vielen Unternehmen in einem festen Verhältnis zu den Umsätzen. Sie können hier zwei Wege einschlagen:

  • Sie arbeiten mit der Quote, d.h. wenn Sie für einen Umsatz von 100 € Materialkosten in Höhe von 40 € aufwenden müssen, haben Sie eine Materialkostenquote von 40 %. Diese Quote können Sie auch auf einen reduzierten Umsatz anwenden. Das Material muss nicht unbedingt direkt bei Lieferung bezahlt werden. Auch hier können Sie eine Zeitspanne einplanen, bis Sie das Material bezahlen müssen.
  • Sie planen „bottom up“, d.h. Sie nehmen alle Bestellungen und planen Sie mit den Zahlungen zeit- und fristgerecht in den Finanz- und Liquiditätsplan ein. Versuchen sie ggf. Lieferungen zu stornieren oder zu reduzieren.

 

Personalkosten

Die Personalkosten lassen sich in der Regel recht genau planen. Die Nettolohnauszahlungen an die Mitarbeiter, die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung und die Beiträge zur Berufsgenossenschaft lassen sich sehr detailliert erfassen. Eventuelle Zahlungen vom Arbeitsamt für Kurzarbeit lassen sich auch sehr genau einplanen. Auch können Sie einen Stundungsantrag bei den Sozialkassen für die Sozialabgaben für die Monate März bis Mai 2020 stellen. Allerdings beachten Sie den Fälligkeitstermin der gestundeten Beträge, der nach meinen Informationen im Juni 2020 liegt.

Es empfiehlt sich, diesen Kostenblock „bottom up“ zu planen.

 

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen können Sie auch aus den Vergangenheitsdaten ableiten. Aber Achtung, bei dieser Kostenart können Sie nicht einfach mit einer Kostenquote wie den Materialkosten arbeiten, denn diese Kosten sind teilweise fix, d.h. sie fallen auch an, wenn keine Umsätze gemacht werden. Deshalb empfiehlt sich auch hier eine sehr detaillierte Vorgehensweise. Auch gilt es zu prüfen, welche Zahlungen verschoben oder ganz reduziert werden können. In den Medien wurde zum Beispiel über ein Busunternehmen berichtet, welches alle Busse in der Krise abgemeldet hat, um Kosten zu sparen.

 

Zinsaufwand

Der Zinsaufwand lässt sich aus den Daten der Vergangenheit und dem zusätzlichen Kapitalbedarf ableiten. Ggf. können Sie hier auch mit einer Durchschnittsrechnung arbeiten.

 

Steuern

Die Steuern lassen sich anhand der Steuerbescheide detailliert einplanen. Auch hier sollten Sie alle Stundungs- und Reduzierungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen.

 

Der Kapitalbedarf

Der Kapitalbedarf ist ja die entscheidende Frage. Diesen können Sie dann wie folgt ermitteln.

  • Sie ermitteln, welche Zahlungsverpflichtungen es aus Kreditverträgen und sonstigen Verträgen gibt und tragen diese in dem Finanz- und Liquiditätsplan ein.
  • Sie stellen die aktuellen Kostenstände zu einem festen Datum fest, z.B. per 31.03.2020.
  • Sie stellen demgegenüber die Kreditlinien und erhalten die frei verfügbare Liquidität.
  • Aus dem Finanz- und Liquiditätsplan erhalten Sie für die nächsten zwei Monate auf Wochenbasis und für die folgenden Monate auf Monatsbasis die Ein- und Auszahlungen. Sie können also für jede Zeitperiode die Unter- oder Überdeckung errechnen.
  • Den zusätzlichen Kapitalbedarf können Sie nun ermitteln, indem Sie ausgehend von dem Kontostand die jeweiligen Unter- und Überdeckungen aufsummieren.

Sprechen Sie mich an. Ich kann Sie schnell und kompetent bei der Erstellung des Finanz- und Liquiditätsplanes unterstützen.