Die guten Vorsätze zum neuen Jahr oder wie Veränderung wirklich gelingt

Kann es im neuen Jahr 2020 eigentlich noch besser werden als im alten gerade abgelaufenen Jahr 2019? Wissen Sie auch schon, was Sie im neuen Jahr besser machen wollen und haben schon viele gute neue Vorsätze für das neue Jahr gefasst?

Das ist dann schon mal der erste Schritt in die richtige Richtung. Meine Erfahrung zeigt, dass Veränderungen mit einem klaren Ziel vor Augen besser gelingen, als wenn Sie nur so halbherzig gefasst und diffus formuliert werden.

Zur klaren Formulierung hilft bekanntlich die Smart Regel, d. h. ein Ziel sollte spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und mit einem konkreten Termin verbunden sein.

Klingt einfach, bedarf aber in der Unternehmenspraxis schon in der Formulierung einiger Disziplin. Das Spezifische leitet sich oft aus dem Unternehmenszweck ab. Wenn ein Unternehmen beispielsweise Scheren produziert, wird sich dieser Unternehmenszweck wenig ändern. Für ein solches Unternehmen könnte eine spezifische Formulierung beispielsweise lauten: Wir investieren in die Digitalisierung“. Eine weitere Zielsetzung wäre zum Beispiel einen Online-Handel aufzubauen.

Die Messbarkeit kann sich beispielsweise aus einem konkreten Umsatzziel für den Online-Handel ergeben. Meiner Erfahrung nach wird die Messbarkeit bei Zielsetzung oft umgangen. Es gibt so viele Ausreden ein Ziel nicht messbar zu machen. Unsicherheiten gibt es immer. Doch die sollten eine(n) UnternehmerIn nicht davon abhalten, ein Ziel messbar zu formulieren. Denn das hat einen großen Vorteil: Man schaut genau hin. Heißt das Ziel beispielsweise der Online-Handel soll für das 2. Halbjahr 2020 einen Umsatz von 100 T€ generieren, so wird man Maßnahmen daraufhin abstimmen, damit dieses Ziel auch erreicht wird.

Ohne Akzeptanz bei den MitarbeiterInnen werden die Ziele oft nicht oder nur unzureichend erreicht. Meine Erfahrung zeigt:

  1. Transparente und nachvollziehbare Ziele erhöhen die Akzeptanz bei den MitarbeiterInnen.
  2. Widerstände werden nicht immer formuliert oder offen gezeigt. Oft wird dann „Dienst nach Vorschrift“ geleistet, was für ein Projekt suboptimal ist. Mit einer speziellen Gesprächstechnik kann den Widerständen wirksam begegnet werden.

Zur Akzeptanz gehört, dass ausreichend Zeit, Geld und Sachmittel zur Verfügung gestellt werden, damit die Ziele auch erreicht werden können. Da die Ressourcen in der Regel knapp sind, kann dies mit genauer Planung und Disziplin gelingen.

Auch mit dem Realismus bei der Zielsetzung hapert es nach meiner Erfahrung häufig. Oft erlebe ich das gerade bei neu gegründeten Unternehmen, dass die Umsatzziele zu ehrgeizig geplant (Stichwort: „Unser neues Produkt braucht jeder und sofort“) und Kosten zur Erstellung der Leistung oft unterschätzt werden. Letzteres erlebe ich immer wieder bei Projekten und in der Produktentwicklung. Hier hilft nur eine möglichst genaue Detailplanung. Und die kostet Zeit. Und wer hört schon gerne, dass ein Projekt wesentlich teurer wird und länger dauert, wenn er es unbedingt verwirklichen möchte.

Ohne feste Terminsetzung wird kein Ziel realisiert. „Wir müssen uns mal wieder treffen“ hört man oft im Freundeskreis. Da wird dann so lange nichts draus, bis ein konkreter Termin vereinbart wird. Und genauso ist es mit den Zielen.

Allen Leserinnen und Lesern dieses Artikels wünsche ich einen guten Start ins neue Jahr und ein gutes Gelingen bei der Verwirklichung der Ziele.