Digitalisierung als langfristiger Wettbewerbsvorteil für den Mittelstand

Schon das Wort Industrie 4.0 löst bei vielen Unternehmern ein Gefühl der Unsicherheit aus. Angesichts der hohen Investitionskosten, Risiken bei der Datensicherheit und mögliche Veränderungen des gewohnten Geschäftsmodells zögern viele Unternehmen, die ersten Schritte in Richtung Industrie 4.0 zu gehen.

Ihre Vorteile der Digitalisierung im Mittelstand:

  • Effizienzsteigerungen
  • Kostensenkungen
  • drastische Reduzierung des Umlaufvermögens
  • schnelle Entscheidungen
  • kurze Reaktionszeiten auf Marktveränderungen
  • Verbesserung der Servicebereitschaft
  • Erhöhung der Umsätze

Mit diesen Vorteilen ist Ihr positiver Return auf die Investition gesichert.

Unternehmen, die Erfahrung in der Digitalisierung haben, sprechen von Effizienzsteigerungen von 3,3 % und Kostensenkungen von 2,6 % jährlich.[1] Diese handfesten Fakten versprechen konkrete Wettbewerbsvorteile. Hinzu kommt eine erhöhte Flexibilität in der Entscheidungsfindung in Bezug auf Marktveränderungen.

Beispiele der Digitalisierung von Unternehmen:

Das lässt sich an dem Beispiel des Skiherstellers Blizzard sehr schön zeigen. Blizzard sieht sich einem völlig veränderten Skimarkt gegenüber. Die Kunden leihen sich lieber Ski, statt sie zu kaufen. Dadurch geraten die Skihersteller immer mehr unter Druck, da die Produktionsplanung angesichts der ca. 50.000 Einzelteile, 900 verschiedenen Modellen und 400.000 produzierten Paar Ski (Zahlen von Blizzard) sehr komplex ist. Blizzard hat ein System geschaffen, mit dem die Marktdaten mit den Produktionsdaten vernetzt werden. So wird die Produktion auf die aktuelle Nachfrage hin ausgerichtet. Die laufende Qualitätskontrolle und evtl. auftretende Probleme im Herstellungsprozess werden umgehend mit dem System abgeglichen. Neben der verbesserten flexiblen Reaktion auf Marktveränderungen hat Blizzard noch einen weiteren signifikanten Vorteil in Bezug auf die Liquidität und Durchlaufzeit erreicht. [2] Beide Größen wurden halbiert. Schon dieser Effekt setzt einen erheblichen Teil der Liquidität frei, und kann so zur Finanzierung der Investition in Industrie 4.0 beitragen.

Auch der Service lässt sich erheblich verbessern, wie das Beispiel von Rolls Royce zeigt.

Dieses Unternehmen sichert die Verfügbarkeit seiner Triebwerke durch Industrie 4.0. Schon während eines Fluges werden im Triebwerk alle relevanten Daten ausgemessen und per Funk an die Bodenstation übertragen. Zeigen die Daten ein fehlerhaftes Teil oder Prozess an, so kann die Reparatur und das Teil schon bereitgestellt werden, während das Flugzeug noch fliegt.

Die Verbesserung des Services wirkt positiv auf die Kundenzufriedenheit und gibt zusätzliche Möglichkeiten Umsätze zu generieren.

Investitionsplanung zur Digitalisierung:

Doch mit welchen Investitionskosten muss gerechnet werden? Sicher ist so eine Investition ein langfristiges Investitionsprojekt. Bis 2020 wollen Unternehmen jährlich 3,3 % ihres Umsatzes in die Entwicklung von Industrie 4.0 stecken.[3] Das ist viel Geld, doch angesichts der angesprochenen Vorteile wird sich diese Investition rechnen. Unternehmen, die diesen Trend ignorieren, laufen Gefahr, dass ihr Geschäftsmodell langfristig von Wettbewerbern oder von neuen Playern am Markt überholt wird.

Eine Digitalisierungsstrategie für den Mittelstand ist ein langfristiger Prozess und über mehrere Jahre zu gestalten. Somit können die finanziellen Anforderungen über einen längeren Zeitraum gestreckt werden. Ggf. kann auch mit den Anbietern verhandelt werden, dass die Leistungen erst während der Inanspruchnahme bezahlt werden.

Für einen ersten Schritt in der Analyse bietet sich das Checklistenverfahren an. Wie passen das kaufmännische ERP System mit der anderen Software und der Fertigungssteuerung zusammen? Welche Schritte sind zur ersten Einführung zu gehen. Häufig reicht es erstmal aus, die eigenen Fertigungs- und Qualitätsdaten mit Kennzeichnung der Materialien und Produkte mittels Barcode und Scanner zu erfassen. Erste Effizienzerfolge lassen sich so erzielen. Anschließend können weitere Schritte in der Digitalisierung in einem langfristigen Investitionsplan erfasst werden.

Zusammenfassend bringt die Investition in die Digitalisierung schon nach den ersten Schritten eine Rendite und langfristig sichert sie die strategische Position.

[1] PwC Studie http://www.pwc.de/de/digitale-transformation/pwc-studie-industrie-4-0-steht-vor-dem-durchbruch.html abgerufen am 24.11.2015 um 10.09 h

[2] Niklaus H. Waser in „Wer kauft in Zukunft noch Maschinen?“ in FAZ, 23.11.2015 S. 16

[3] PwC Studie s.o.