Investitionsplan

Die Aufgabe der Investitionsplanung ist es, die für ein Unternehmen, eine Organisation oder Person vorteilhaftesten Investitionen auszuwählen. Ob eine Investition vorteilhaft ist oder nicht wird anhand der individuellen Zielsetzung bewertet. In der Betriebswirtschaftslehre wird gewöhnlich das Gewinnziel unterstellt. Es können aber auch nicht monetäre Ziele Basis der Entscheidung sein, wie z. B. bei vielen gemeinnützigen oder karikativen Einrichtungen.

Der Investitionsplan ist Teil eines Gesamtplanes. Er hat Schnittstellen zum Produktions- und Absatzplan und ist eng mit dem Finanzplan verknüpft, damit das finanzielle Gleichgewicht gewahrt bleibt, denn Illiquidität ist bekanntlich ein Insolvenzantragsgrund.

Der Investitionsplan hat eine hohe Bedeutung, da für die Investitionen oft ein hoher Kapitaleinsatz erforderlich wird, Kapital langfristig gebunden und Fixkosten i.d.R. aufgebaut werden. Insofern sind die Auswirkungen oft sehr weitreichend.

Es wird unterschieden zwischen einer strategischen, taktischen und operativen Investitionsplanung

Die strategische Investitionsplanung ist langfristig und legt die Basis z. B. für die eigentlichen Alleinstellungsmerkmale und Wettbewerbsvorteile. Die Gründungsinvestition, der Kauf von Unternehmen, der Aufbau von neuen Märkten und neuen Produktlinien sind strategischer Natur. Die taktische Investitionsplanung ist mittelfristig auf einen kürzeren Zeitraum hinausgerichtet. Hier gilt es z. B. das Produktions- und Absatzprogramm zu pflegen, oder die Maschinen- und Anlagen laufend zu verbessern und instand zu halten.

Operative Investitionsmaßnahmen werden kurzfristig, meist in den einzelnen Bereichen und Kostenstellen selbstständig entschieden.

Bei der Investitionsplanung ist neben den eigentlichen Zielen, die erreicht werden sollen, das Risiko, welches mit der Investition verbunden ist, ein wesentliches Entscheidungskriterium. Investitionen, die ein hohes Gewinnpotential zu versprechen scheinen, haben oft ein sehr hohes Risiko. Jeder Investor sollte daher seine Risikobereitschaft prüfen und die Entwicklung der Investitionen auch unter Berücksichtigung eines möglichen Eintritts des Risikos prüfen.

Die Investitionsplanung läuft in folgenden Phasen ab:

  • Die Zielanalyse

Dies können wie gesagt monetäre und nicht monetäre Ziele sein.

  • Die Problemanalyse

Hier wird sich Klarheit über die eigentliche Unternehmens- und Umweltsituation geschaffen. Es werden zunächst alle Investitionsvorschläge gesammelt.

  • Die Alternativensuche

Für die zu lösenden Probleme sind entsprechende Alternativen zu suchen. Zu beachten ist, dass bei der Auswahl und Bewertung der Alternativen entsprechende Planungskosten entstehen und Zeit investiert werden muss. Deshalb sollten nicht unbegrenzt Alternativen bewertet werden.

  • Die Wirkungsprognose

Hauptsächlich ist hier die Frage zu beantworten, wie sich die Investition auf die langfristige Zielsetzung des Unternehmens hin auswirkt. Welche Auswirkungen gibt es hinsichtlich der Produktionstechnik, der Umwelt, der Arbeitnehmer und andere. Was passiert, wenn eine bestimmte Investition nicht durchgeführt wird. Wie wird diese Alternative bewertet?

  • Die Bewertung

Zur Bewertung von Investitionen gibt es viele verschiedene Verfahren (statische und dynamische Investitionsrechenverfahren, Checklistenverfahren, Nutzwertanalyse, Risikoanalysen und andere mehr). Je höher und bedeutender die Investition für ein Unternehmen oder eine Organisation desto intensiver sollte der Bewertungsprozess durchgeführt werden. Das gilt besonders dann, wenn der Investor bei einer Investition noch ziemlich unerfahren ist. Investitionen, wie z. B. für Ersatzinvestitionen können routinemäßig unter zu Hilfenahme einfacher statischer Rechenverfahren, wie z. B. der Kostenvergleichsrechnung oder Amortisationsrechnung durchgeführt werden. Allerdings sollte auch bei Ersatzinvestitionen geprüft werden ob sie strategisch noch passen.

  • Die Entscheidung

Die Entscheidung über die zu tätigenden Investitionsobjekte fällt dann entsprechend der Bewertung über die Zielerreichung monetärer und nicht monetärer Ziele. Die finanziellen Rahmenbedingungen spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Wie risikobereit ist der Investor? Welche Verschuldung möchte er eingehen? Welche Finanzierungsalternativen gibt es, z. B. über Finanzierung, Leasing oder Fördermittel.

  • Die Realisation

In der Realisation sind die Fähigkeiten des Projektmanagements gefragt, die Investitionen termin-,kosten- und qualitätsgerecht umzusetzen.

  • Die Kontrollphase

Für jedes Investitionsobjekt ist ein Investitionscontrolling durchzuführen. Was waren die Sollvorgaben, welche Istwerte wurden erreicht?

 

Verwendete Literatur: Wöhe, Günther: Einführung in die Betriebswirtschaftslehre, 20. Aufl. München 2000, S. 621 f,

Olfert/Reichel in Investition, 10. Auflage, Ludwigshafen 2006, S. 54, 117 und 137

Rasspe-Dahmann, Wolfgang, „Investitionsmanagement“, Stuttgart 2011